"Bentley"

Wir hatten vor ein paar Jahren in unserem schulzundtebbe LOFT eine Reihe an offenen Informations- und Diskussionsabenden zum Engagement des inhabergeführten Mittelstandes in Social Media veranstaltet. Während einer der ersten Termine platzte unser Auszubildender ganz aufgeregt in die Runde, unten im Hof stehe ein alter, dunkelgrüner Bentley, auf dessen Rücksitz, der wohl eher eine Ledercouch sei, zwei alte Labradore schnarchten. Das Fahrzeug hätte das Format eines Einfamilienhauses und wohl auch den Preis, bis sich einer unserer Gäste als Halter outete und vorstellte. Er sei Fotograf und lebe derzeit in Wiesbaden. Als ich anmerkte, das sei eine charmante, aber kaum gewöhnliche Konstellation, löste er auf: er habe sich konjunkturell unabhängig machen können im Kontext seiner engen Freundschaft mit den Familien von Gilbert und Thierry Sabine, als Hauslichtbildner der von denen initiierten Rallyeserie von Paris nach Dakar. Der Rest unseres Abends gestaltete sich extrem kurzweilig. Ein paar wenige, die gibt es immer, meinten allerdings zu wenig im Thema soziale Medien geblieben zu sein, denn darum habe man sich doch eigentlich versammelt. „Warum“, meinte ich, „genau darum geht es doch: qualitativen Content, gute Geschichten, hört ganz genau zu, der Mann kann erzählen …“

PS: ich liebe Bentley. Auch darum.

Bruno SchulzComment