"Throning"
„Throning“ also.
Die Frankfurter Rundschau definierte das „Phänomen“ das keines ist, neulich wie folgt:
„Das Prinzip des „Throning“ besteht darin, die potenzielle Partnerschaft – wie der Name schon andeutet – auf einen metaphorischen Thron zu heben. Es geht dabei nicht (ausschließlich) um echte Zuneigung, sondern darum, mit der anderen Person gesehen zu werden, um das eigene Ansehen und Selbstbewusstsein zu stärken.“
Hahaha, die arme Gen Z. Jetzt wird ihr wirklich alles angehängt. Demnächst auch Wetterkapriolen, Tierseuchen, Unfuchtbarkeit und Ernteausfälle ohne Gewichtung nach Nennung? Man spürt schon förmlich, andere Generationen mit den Mistforken durch die Straßen ziehen und erste Scheiterhaufen aufrichten. Liebe Leute, „Throning“ ist doch der älteste Hut der Welt und total gwöhnlich in allen Beziehungsformen und Abhängigkeiten, seit es unter Menschen Prominenzgefälle gibt, das sich nicht durch andere Kompetenzen aufwiegen ließe.
„Throning“ ist von jeher Teil der Paarungsstrategien in allen Gesellschaften. Die Evolution hat es wohl so vorgesehen. Es ist noch keine fünftausend Jahre her, da sind wir hier mit blutigen Kaninchenfellen um die Füße durch die Wälder gestreift. Fünftausend Jahre. Das ist nichts, verglichen mit dem Weltenlauf. Die Menschen sind Wilde, zumindest viele unter uns, in Teilen halt mit moderner Technik bewehrt. Die Menschheit entwickelt sich eher schleppend, wie wir gegenwärtig auf der Weltbühne offenkundig verfolgen müssen.
Ich möchte mich zu keiner konkreteren subjektiven Schätzung hinreissen lassen, aber der „Throning“-Anteil bei Beziehungen sollte von jeher tief im zweistelligen Prozentbereich liegen. Wenn man die lächerlichen Beispiele aus der „Fucktastisch“-Clickbait-Schnurre „im ersten Kommentar“ anmisst, gibt es „Throning“ bis in den gesellschaftlichen Mikro- und Nanobereich, überall dort, wo sich wenigstens drei, vier oder fünf Leutchen zusammenfinden und Sympathien, Strahlkraft, Macht und Wohlstand divergieren, seltener geht es um Intelligenz.
Also fast überall und da gaben wir über Eitelkeiten, Niedertracht und andere Niedlichkeiten noch gar nicht gesprochen. Throning ist kein neuer Datingtrend, sondern der Kitt in allen Hierarchien, Generationen und Gesellschaften, da Menschen mit Augenhöhe nur sehr schlecht umgehen können. Und es ist der Motor der sozialen Medien.