Suff.
Da ich den Podcast nicht kenne und diese Folge demnach auch nicht gehört habe, beziehe ich mich ausnahmslos auf dieses Motiv und die Aussagen darauf.
Müsste es nicht heissen: „Kein Alkohol ist die Lösung … für mich selbst?“
Und: „Alkohol hat mich schon sehr oft vergewaltigt“. Ist sie mehrfach unter Alkoholeinfluss vergewaltigt worden, oder ist das ihre grausame Metapher für ihren ungesteuerten Abusus?
Im ersten Fall hat sie vollkommen recht, das Saufen dranzugeben und sollte sich außerdem ein anderes soziales Umfeld suchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen (lassen). Im zweiten Fall braucht sie dringend professionelle Hilfe, um sich ihrer Sucht zu stellen. Kein Mensch kann etwas was für seine Süchte, aber Menschen können Hilfe suchen.
So oder so, sie hat mein aufrichtiges Mitgefühl. Beides ist schwer erträglich für jeden, der auch nur ein bisschen empathisch ist.
Aber: liegt es wirklich an der Badehose, wenn der Bauer nicht schwimmen kann? Die Dosierung macht doch das Gift und der eigene Umgang damit. Ich habe gestern abend in einer sehr netten, zufälligen und mir bis dahin völlig unbekannten Gesellschaft zu der ich in einem knallvollen Lokal als einzelner Gast freundlicherweise an den Tisch gebeten wurde, zur Speise passend, ein Glas erstklassigen Südtiroler Lagrein getrunken. Nullkommaeins. Dazu eine Flasche Wasser. Wein und Essen haben perfekt harmoniert. Und das eine Glas hat auch gereicht, weil ich noch fahren musste. Mein zweites und letztes Nulleins in dieser Woche, in manchen Wochen gar nichts. Und das, obwohl ich in Kürze 60 werde und seit 45 Jahren Alkohol trinke. Allerdings nicht allzu regelmäßig. Bin ich damit auch Alkoholiker? Vermutlich.
Mein Zauberwort im Kontext heisst „Selbstinobhutnahme“ und „Eigenverantwortung zulassen“. Die Kraft zur eigenen Entscheidung, Dinge zu tun und zu lassen. Und nein, ich will mit meiner Replik ganz sicher keine „Vergewaltigungen“ relativieren. Ganz im Gegenteil. Denn da liegt die Schuld niemals bei dem Opfer oder den Umständen. Aber ist Alkohol selbst der Täter? Oder ist Alkohol etwa das „kurze Röckchen“, das Täter provoziert? Täter ist immer der, der etwas tun kann, der Handlungsentscheidungen trifft, der Mensch.
Und ist das alles doch ganz anders gemeint, bitte ich um eine bessere, konkretere, weniger reisserische Anmoderation solcher Posts.